ENTFREMDUNG

Das internationale Kultur- und Kunstfestival Transmitter beschäftigt sich in seiner 18. Auflage mit dem Generalthema "Entfremdung". Unter diesem Begriff versteht der Kulturverein Transmitter die Abgehobenheit von Politik, oder Institutionen welche mit der Lösung gesellschaftlicher Probleme beauftragt sind. Es sind kleine Machtzirkel, die über das Wohl und Wehe der Bürger und Bürgerinnen entscheidet. In subtiler Weise werden die Menschen von Herrschern zu Beherrschten. Völlig entfremdet von den sozialen Bedürfnissen und Anliegen der Menschen, initiiert durch ideologische Vorgaben der Wirtschaft - Privatisierung, Deregulierung, Flexibilisierung. Und dann wird entdemokratisiert und kontrolliert - damit alles im Griff ist. Bestes Beispiel dazu ist die Verabschiedung des Sicherheitspolizeigesetzes, das im vergangenen Jahr in Kraft getreten ist.
Es findet in der Praxis kein Austausch zwischen den Menschen an der Basis und den Machteliten statt. Stattdessen hält man sich StaatsexpertInnen, die nach dem Munde der Mächtigen reden. Die Einbeziehung der Zivilgesellschaft im Vorfeld bei Gesetzgebungen ist nicht gefragt. Allfällige Stellungnahmen werden einfach ignoriert. Das Ergebnis sind weltfremde Konstrukte, die in erster Linie der Machterhaltung und Kontrolle, anstatt einer Minimierung der Probleme dienen. "Aus den Augen, aus dem Sinn" ist offensichtlich die Devise!
Das Transmitterfestival will sich aber nicht nur mit Jammern diesem Zustand nähern, sondern sich in Vorträgen und Diskussionen diesem Thema stellen. Gerade die Zivilgesellschaft ist aufgerufen, sich einzumischen und gegenhegemoniale Positionen zu beziehen.

Bernhard Amann - Obmann Kulturverein TRANSMITTER

 
 
 
 
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