MATT BOROFF AND THE MIRRORS

Matt Boroff nur durch die Musik zu definieren, wäre zu kurz gegriffen. Das aktuell vorliegende dritte Album des Ostküsten-Amerikaners - „Elevator Ride” - signalisiert dies nur allzu deutlich. Denn in Zeiten des musikalischen Fastfood verbreitet Matt Boroff mit seiner Band The Mirrors (der Österreicher Little Konzett am Schlagzeug und Rolf Kersting aus Deutschland am Bass) mehr als bloß ein Stück Musik.
Matt Boroff & The Mirrors laden zu einem Trip – die Band hat nichts weniger als ihr eigenes künstlerisches Universum kreiert. Anzeichen dafür ist nicht nur der Umstand, dass das musikalische Schaffen des Trios von der Presse lieber mit großen Regisseuren wie Quentin Tarantino oder David Lynch verglichen wird. Weil Boroff ein ebenso begabter Grafik-Künstler wie Musiker ist, öffnet er mit den von ihm erschaffenen Videowerken und Album-Artworks die Pforte in eine Welt des Bizarren, des Surrealen und spielt dazu einen gnadenlos guten Soundtrack.
Matt Boroff & The Mirrors klingen auf „Elevator Ride” mit ihrem undogmatischen Rockentwurf nach amerikanischer Wüste, nach roher aber höchst präziser Urgewalt. Dabei versprühen die zwölf Songs des Albums in ihrer Diversität eine erstaunliche Geschlossenheit und Homogenität. Doch egal ob die akustische Dampfwalze à la „The Beetle” oder Balladeskes wie „Ways”: Das Trio ist definitiv auf der Flucht. Und generiert dadurch eine musikalische Energie wie sie zwingender nicht klingen könnte.
Nicht zuletzt ein Ergebnis der wohl bekannten Live-Qualitäten des Trios. Bedingt durch die amerikanische Heimat Boroffs ohnehin zwischen den Kontinenten tingelnd, sind Matt Boroff & The Mirrors regelmäßig sowohl auf amerikanischen, britischen und resteuropäischen Bühnen bis runter nach Nordafrika zu hören.
Seit dem Frühjahr 2008 mit „Elevator Ride“ unermüdlich auf Tour wurde der Band vor allem durch die Welle an euphorischen Pressestimmen vollkommen neue Pforten geöffnet. Der im Lauf des heurigen Jahres in die Kinos kommende Hollywood–Film „Little Fish Strange Pond“ verwendet für seinen Soundtrack nicht weniger als sechs Songs von „Elevator Ride“.
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